filme für eine weltforumtn_FO_Rr.gif (2126 Byte)
Inhaltsübersicht
Testen Sie Ihre Filme!
Technische Panne
Filmarbeit mit Methode
Adressen
Check up 

Ein Ratgeber mit technischen und methodischen Tips für die Arbeit mit Film und Video am Beispiel der Nord/Süd-Filme
Von Peter Meier, Pius Süess, Richard Meier

 

checkup.jpg (31489 Byte)
Der Ratgeber «Check up» gibt Ihnen eine schnelle Orientierung im Unterrichtsalltag. Er ist ein praktischer Spickzettel für den Einsatz von Filmen und liefert Ideen zur Nachbereitung

«Check up» erleichtert Ihnen die Arbeit mit Nord / Süd-Filmen durch eine übersichtlich zusammengestellte Auswahl von praktischen Tips und Hinweisen. Von der Filmauswahl bis zur Nachbereitung finden Sie alle Situationen wieder, die Sie allenfalls durchlaufen werden. Sie steigen einfach dort ein, wo Sie Hilfe oder Ideen benötigen. Obwohl auf Nord / Süd-Filme ausgerichtet, lässt sich dieser Ratgeberi ohne weiteres auf Filmarbeit ganz allgemein übertragen.

«Check up» ist 1995 als eine Sammlung von Karteikarten in Form einer VHS-Kassetten-Schachtel erschienen. Diese Sammlung ist zum reduzierten Preis von 10.- SFr. (zzgl. Versandkosten) erhältlich bei der Fachstelle. Falls sie sich dafür interessieren, könnenen Sie sie gleich hier per Email bestellen: film@education21.ch.

Inhalt

FILME FÜR EINE WELT
Nord / Süd-Filme multikulturell
Reihe «Filme für eine Welt»
Testen Sie ihre Nord / Süd-Filme
Bilder in unseren Köpfen...

CHECK UP DES UMFELDES
Die Qual der Wahl
Kleine Filmtypologie
Checkliste für den Einsatz

FILM AB
Operateur/innen gefragt
Notruf - technische Panne!

FILMARBEIT MIT METHODE...
Reflexion
Kurz-Methoden
Spielerische Methoden
Ankunft
Assoziationsspiel
Menschenbilder erzählen
Briefe schreiben
Gewaltlose Konfliktlösung
Rotierendes Plenum
Kugellager - ein Spiel
Meine Macht - Deine Macht
Gäste einladen
Zu Gast: Ein Film- oder TV-Profi
Ein Filmerlebnis
Videowoche
Auf Reportage
Adressen

 

Filme für eine Welt

Nord / Süd-Filme multikulturell
Nord/Süd-Filme als Ausdruck für Kulturelle Vielfalt, Begegnung mit Fremdem, Globalisierung der Welt.

Nord / Süd-Filme - eine Alternative...
Nord / Süd-Filme sind eine nötige Alternative zu den Abenteuergeschichten, Seifenopern und Katastrophenberichten, die nach wie vor unser Bild vom Süden prägen. Anstelle von Filmen über den Süden, propagieren wir vor allem Filme von Autor/innen aus dem Süden. Sie vermitteln uns eine andere Sichtweise - im Zeitalter des internationalen Wettbewerbs und des Konkurrenzdruckes auch im Filmbereich ein wichtiges Anliegen.

Nord / Süd-Filme - eine Chance...
Nord / Süd-Filme benutzen die Länder der sogenannten Dritten Welt nicht einfach als exotische Kulisse, sondern vermitteln einen authentischen Einblick in den Alltag und die Probleme des Südens, lassen Betroffene zu Wort kommen, zeigen die Vielfalt der Kulturen, machen Erfahrungen mit Fremdem möglich.

Nord / Süd-Filme - globales Denken...
In unserer multikulturellen Gesellschaft wird das globale Lernen, das Lernen in grösseren Zusammenhängen, zu einer unabdingbaren Notwendigkeit. Nord / Süd-Filme können dazu beitragen, unsere vernetzte Welt besser kennenzulernen, Vorurteile gegenüber Fremdem abzubauen und eigene Probleme im Fremden wiederzuerkennen.

 

Reihe «Filme für eine Welt»
Ein umfassendes Angebot an entwicklungspolitischen Filmen.

In der Reihe «Filme für eine Welt» werden Dokumentarfilme, Spielfilme und TV-Produktionen aufgrund von folgenden Kriterien ausgewählt

  • Eignung für den Einsatz in Kampagnen, an Veranstaltungen und im Unterricht mit Berücksichtigung aller Stufen
  • gleichmässige Vertretung aller Kontinente
  • genügend Raum für die Menschen im Film, sich selber darzustellen
  • möglichst wenig Kommentar aus westlicher, bzw. nördlicher Optik
  • Darstellung der Menschen als Handelnde, nicht als Opfer (keine Katastrophenberichterstattung)
  • emotional ansprechende und durch die Bildsprache überzeugende Gestaltung
  • Bezug zu unserer Alltagsrealität
  • globale Themen wie Multikulturalität, Menschenrechte, Ökologie, Welthandel, Über- / Unterentwicklung.

 

Testen Sie ihre Nord / Süd-Filme
10 Testfragen an einen guten Nord / Süd-Film

Sie leihen in einer Videothek eine Kassette aus oder schauen sich zu Hause einen Film an, den sie Ihrer Gruppe oder Klasse zeigen möchten. Damit Sie ihn besser einordnen und gezielter damit arbeiten können, versuchen Sie die folgenden Fragen zu beantworten

  1. Welche Inhalte und Bilder bleiben in Erinnerung?
  2. Hat mich der Film emotional angesprochen?
  3. Spricht der Film formal und ästhetisch an? Ist er spannend?
  4. Haben die Bilder einen eigenen Informationswert?
  5. Sind die Menschen im Film Handelnde, Statisten, Opfer? Welche Möglichkeiten haben sie, sich zu äussern?
  6. Was erfahren wir von ihrem Alltag ?
  7. Hat der Film einen Bezug zu unserer eigenen Alltagsrealität?
  8. Werden globale Zusammenhänge thematisiert?
  9. Stammt der Film aus dem Süden oder ist es einer über den Süden?
  10. Stiftet der Film Hoffnung? Zeigt er andere Verhaltensweisen auf?

Anregung Verändern Sie diesen Fragebogen entsprechend Ihren Bedürfnissen und beantworten Sie ihn gemeinsam mit Ihrer Gruppe.

 

Bilder in unseren Köpfen...
Wir machen uns unsere eigenen Bilder vom Süden, von der Welt...

Wie die Bilder in unsere Köpfe gelangen
Filmemacher/innen und Medienschaffende ganz allgemein fangen die Wirklichkeit unter bestimmten Bedingungen ein. Sie unterstehen dabei oft Zeitdruck, inhaltlichen und finanziellen Vorgaben. Mit ihren selektiven Bildern versuchen sie bereits, eine bestimmte Aussage zu machen, die dann bei uns als Betrachter/innen als fertiges Produkt ankommt. Dabei lösen Machart, Kommentar etc. bei uns unterschiedliche Reaktionen aus.

Die wahrgenommene Wirklichkeit
Unsere persönlichen Lebenserfahrungen, unsere Bildung, das Milieu, der Beruf und die Auswahl der konsumierten Bilder lassen in uns unsere eigene Wirklichkeit entstehen. Wir machen uns so unser eigenes Bild des Südens und der Welt, teils bewusst, teils unbewusst.

Konsequenzen für die Arbeit mit Filmen
Es ist äusserst wichtig, Ängste, Widerstände und Phantasien, die durch Filmbilder ausgelöst werden können, erst einmal zuzulassen und zum Thema zu machen. Sie sollen nicht in erster Linie mit noch mehr Informationen zugedeckt werden. Zu erkennen, weshalb wir auf dieselben Bilder unterschiedlich reagieren, kann dazu führen, dass wir von unseren Vorurteilen, von unseren Feindbildern abrücken und kritisch über Gesehenes nachdenken. Eine wichtige Voraussetzung für die Begegnung mit Fremdem, mit anderen Kulturen.

 

 

Check up des Umfeldes

Die Qual der Wahl
Gedanken und Abklärungen vor dem Einsatz eines Films.

Für ein grösseres Sehvergnügen und eine gezieltere Auswertung eines Films lohnt es sich, folgende Punkte genauer abzuklären:

  • Funktion des Films im Unterricht
  • Wahl des Themas
  • Check up des Umfeldes
  • Methodische Vorüberlegungen (Karte 12)

Folgende Tips können Ihnen dabei weiterhelfen

  • Steigen Sie am Anfang Ihrer Arbeit mit Filmen mit einfachen, in nützlicher Zeit zu bewältigenden Beispielen ein. Die Kurzbeschriebe helfen Ihnen dabei.
  • Beschränken Sie sich für eine gewöhnliche Lektion auf Filme von 20, maximal 30 Minuten Dauer, damit genügend Zeit für die Auswertung bleibt.
  • Wählen Sie einen Film, zu dem Sie und/oder Ihre SchülerInnen einen Bezug haben oder leicht herstellen können (Identifikationsmöglichkeit).
  • Versuchen Sie, Filme auszuwählen, die aktuelle Themen aufnehmen.
  • Achten Sie darauf, wer den Film gemacht hat; mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Autor/innen aus dem Süden, die uns Ihre Sicht vermitteln können.
  • Entscheiden Sie sich für die Projektionsart, die Sie im Moment beherrschen.
  • Wählen Sie Filme mit vorhandenem Begleitmaterial (Arbeitshilfen) .
  • Wenden Sie sich an Kolleginnen und Kollegen oder Beratungsstellen, die bereits Erfahrungen mit Nord / Süd-Filmen gemacht haben.

 

Kleine Filmtypologie
Welche Filme eignen sich für den Unterricht?

Kurzfilme (1 bis 15 Minuten)*
Geeignet als Einstieg in eine Diskussion, in ein Thema oder als Auflockerung zwischendurch; für alle Altersstufen.
Sie bringen ein Thema mit einfachen und klaren Aussagen auf den Punkt, auch mal provozierend, können unterhaltend sein und ein Thema auf spielerische oder sehr symbolische Weise darstellen (z.B. Zeichentrickfilme); sie benötigen nur minimale Einführung und Auswertung.

Dokumentarfilme (20 bis 45 Minuten)
Geeignet zur Veranschaulichung oder Vertiefung eines Themas und /oder zum Aufzeigen von vernetzten Vorgängen in einer Lektion; ab 10-12 Jahren.
Sie schildern Situationen, kommentieren, machen auf Probleme aufmerksam; grosse Unterschiede in der Dichte des Kommentars und der Wirkung der Bilder.

Spielfilme (30 - 120 Minuten)
Geeignet als Filmerlebnis einer Gruppe in einer einmaligen Aktion oder einer längeren Unterrichtsreihe oder Projektwoche; ab 10 Jahren.
Sie transportieren Themen und Probleme als fiktive Handlung. Sie haben ein starkes unterhaltendes Moment und wecken auf besondere Art die Emotionen der ZuschauerInnen - starke Identifikationsmöglichkeit.

 

Checkliste für den Einsatz
Habe ich an alles gedacht?

  • Budget für Ausleihgebühr - Finanziellen Rahmen abklären; bei Finanznotstand ev. auf eigene Aufzeichnungen oder das Schularchiv zurückgreifen.
  • Vorführort/Raum reservieren - Datum festlegen
  • Filmreservation - Gewünschte Filme rechtzeitig organisieren oder bestellen. Die Arbeitshilfe zur Vorbereitung studieren.
  • Apparate checken - 16mm (Leerspule u. Ersatzlampe kontrollieren oder ev. beschaffen), Video (Kassettenformat), ev. Video-Grossprojektion. Apparate kann man auch mieten - Geräte vorher testen sind sie in Ordnung? - Verdunklungsmöglichkeit testen, Leinwand und Tonanlage kontrollieren, passende Verlängerungskabel und Doppelstecker organisieren
  • Vorführrechte abklären - Fall 1 Film selber aufgezeichnet - Fall 2 Film bei Verleihstelle ausgeliehen - Fall 3 Videokassette im Handel gekauft

Beachten Sie in jedem Fall die Urheberrechte!

 

 

Film ab

OperateurInnen gefragt
Jetzt wird’s ernst - Film ab...

Vorher testen Lautstärke, Sehdistanz, Verdunklung

Videogeräte

  • TV- und Videogerät einschalten, Videokanal (meist 0 oder AV)
  • Mit PLAY-Taste Gerät starten, Ton, Klangfarbe, Farbe und Kontrast regulieren
  • Für kurze Unterbrechungen PAUSE-Taste (STILL) betätigen
  • Testen, ob Videoband zurückgespult und abspielbereit ist.
  • Nach der Vorführung zurückspulen.
  • Rücksendung sofort, frankiert, Einschreiben wird empfohlen


16mm

  • Abstand Projektor-Leinwand einstellen (mit Vorlauftaste, ohne Film)
  • Zusatzlautsprecher vorne aufstellen und am Gerät anschliessen
  • Film anschneiden, Vorlauf starten (grüner Knopf gedrückt), Film einfädeln (geht automatisch), dann manuell in Umlenkrollen hinten u. Leerspule einfädeln
  • Vorlauf einschalten, grüner Knopf (bei Bauer-Geräten) muss hörbar ausrasten; andernfalls manuell Leerspule in Laufrichtung ziehen (Film spannen).
  • Testen, ob Licht- oder Magnetton und entsprechende Taste drücken.
  • Film nach der Vorführung nicht zurückspulen (Film wird beim Verleiher gleichzeitig auf Schäden geprüft).
  • Rücksendung sofort (Leerspule nicht vergessen), frankiert, Einschreiben wird empfohlen

 

Notruf - technische Panne
Wir sind alle technische Genies - oder die Tücken der Technik

Video

Kein Bild Falscher Kanal eingestellt, kein Bildkabel Video-TV-Gerät; Anleitung oder Kolleg/innen konsultieren (Videokanal meist mit AV oder O angegeben)
Kein Ton Lautsprechertaste auf stumm ; Kabel zwischen Video und TV-Gerät falsch gesteckt oder nicht vorhanden
Keine Farbe Farbeinstellung prüfen, Bedienungsanleitung konsultieren...
Ton- und Bildstörungen Korrektur mit Tracking-Regler
'Schneesturm' Kassette am Ende oder leer

 

16mm

Projektor läuft nicht Kein Strom auf Steckdose, Netzsicherung, Netzkabel defekt, Gerätesicherung defekt, Stoptaste gedrückt
Einfädelautomatik funktioniert nicht Automatiktaste (grüner Knopf bei Bauer) nicht gedrückt; Filmanfang nicht oder schlecht geschnitten, geknickt oder beschädigt (neu anschneiden); Filmreste im Filmkanal
Kein Bild Projektionslampe defekt / falsch eingesetzt, falsche Lampe
Dunkles Bild Bild zu gross projiziert, falsche Projektionslampe, schlechte Raumverdunklung, Projektionswand ungeeignet / verschmutzt
Bildstand unruhig Automatikknopf (grüne Taste bei Bauer) nicht ausgerastet, Umlenkrolle hinten ziehen; Bildkanal verschmutzt - Bei unerwünschten Balken mit Rädchen justieren (siehe Bedienungsanleitung)
Kein Ton Magnetton statt Lichtton (oder umgekehrt), Tonlampe / Sicherung defekt, Tonkabel nicht eingesteckt / defekt, Tonregler auf null - Schlechter Ton Ton-Optik verschmutzt, Lautsprecher schlecht plaziert, Raumakustik schlecht
Filmriss während der Projektion Restlichen Film neu anschneiden und wieder einfädeln (siehe Karte 10); die bereits teilgefüllte Leerspule benutzen. Fortsetzungsteil manuell andrücken und weiter aufrollen.Mit entsprechendem Kommentar zurück an Verleihstelle. (Reparaturen bitte nur fachgerecht mit Klebe-Presse.)

 

 

Filmarbeit mit Methode


Reflexion

Meine grundsätzlichen Überlegungen zur Methodenwahl

  • Holen Sie die Zuschauer/innen dort ab, wo sie sind. Schaffen Sie mit einer gut gewählten Methode in einem geeigneten Raum eine offene Atmosphäre.
  • Sie haben für die Zuschauerinnen ein Lernziel vor Augen. Um es zu erreichen, wählen Sie eine Methode, die dem Lernziel entspricht. Die Zuschauerinnen sollten mit der Methode vertraut sein. Sie soll ihnen zumutbar sein.
  • Sowohl bei Einstiegsmethoden vor der Filmvisionierung als auch bei verarbeitenden Methoden nach dem Film ist auf Abwechslung zu achten: Einzelarbeit wechselt ab mit Gruppen- oder Plenumsarbeit, visuelle Methoden wechseln ab mit verarbeitenden Gesprächsmethoden, oder auf stilles Schreiben folgt ein Bewegungsspiel.
  • Wählen Sie Methoden, die dem Ort und der Tageszeit entsprechen. Besorgen Sie rechtzeitig die allenfalls benötigten Materialien. Manchmal scheitert die Durchführung der gewählten Methode an einem nicht vorhandenen Detail in der Ausstattung des benutzten Raumes.
  • Methodenkurse bieten Gelegenheiten, neue Methoden zu erlernen, auszuprobieren und zu reflektieren.


Kurz-Methoden

Ich möchte einfache, kurze Methoden anwenden. Wenn möglich solche, bei denen ich keine Material benötige.

  • Stoppen Sie den Film an einer Schlüsselstelle und lassen die Zuschauerinnen mögliche Fortsetzungen spielen.
  • Nach der Filmvisionierung werden eine oder mehrere Filmszenen pantomimisch umgesetzt.
  • Laden Sie die Zuschauerinnen ein, mit ihren Körpern ein, mit ihren Körpern ein «Denkmal» zu bauen.
  • Die Zuschauer/innen zeichnen Filmszenen oder malen mit Fingerfarben ihre Eindrücke. Als handwerkliche Vor- oder Nacharbeit - besonders bei Trickfilmen für Kinder - bietet sich das Kneten von Ton oder Basteln von einfachen Spielzeugen an. Mit Orff'schem Musik Instrumentarium laden Sie die Zuschauer/innen zum musikalischen Interpretieren der Filmeindrücke ein.
  • Führen Sie ein Filmgespräch: Rekonstruieren Sie den Filminhalt gemeinsam mit den Zuschauerinnen. Deuten Sie die wichtigen Sequenzen. Stellen Sie gemeinsam fest, wo es im Film Bezüge zum eigenen Leben, zu eigenen Problemen und Erfahrungen gibt. Welche Hinweise zur Bewältigung dieser Probleme gibt der Film?
  • Bereiten Sie auf Zetteln einfache Fragen zum Film vor. Legen Sie diese in ein «Schatzkästchen». Im Plenum zieht Zuschauer/in um Zuschauer/in einen Zettel und beantwortet die Frage. Lassen Sie die Zuschauer/innen Partnergespräche führen.


Spielerische Methoden

Begriffe-Wirbeln
Ich möchte einfache Spiele zur Verarbeitung eines eben angesehenen Filmes brauchen.
Zeitbedarf: etwa 20 Minuten.
Material: rote und gelbe Ballons, Filzstifte, Musik.
Ablauf: Alle notieren auf «ihrem»Ballon eine Person, einen Gegenstand oder Begriff aus dem gesehenen Nord / Süd-Film. Jene mit den roten Ballons finden sich nun zu einer Gruppe und erklären sich kurz die Notizen auf den Ballons. Gleiches tut Gruppe «Gelb». Zur Musik wirbeln dann die Ballons - ohne den Boden zu berühren - durch die Luft. Beim Musikstopp fangen alle einen Ballon. Jene mit gleicher Ballonfarbe finden sich erneut und sprechen über die neuen Wörter. Nach dreimaliger Wiederholung schreibt jede und jeder mit «seinem» Wort einen einfachen Text zum Nord / Süd-Film. Dies kann auch zu zweit oder in einer Gruppe geschehen.

Herkunftsspiel
Zeitbedarf: etwa 20 Minuten.
Material: Europa- oder Weltkarte, farbige Klebepunkte.
Ablauf: Die Zuschauerinnen erzählen, aus welcher Stadt, welchem Dorf oder Land sie kommen. In der zweiten und dritten Runde nennen sie die Herkunftsorte ihrer Eltern; dann die Ursprungsorte der Grosseltern. Markieren Sie alle Orte auf der Karte mit farbigen Punkten ...

Schlagen Sie die Brücke zum Film.
Beispiele: Wir sind alle irgendwo Fremde. Oder: Unser Beziehungsnetz und das im Film gesehene ...

Ankunft

Zeitbedarf: mit anschliessendem Gespräch etwa 30 Minuten.
Vorbedingung: Sie kennen den Film bereits, weil Sie ihn bei der Ausstrahlung im Fernsehen, an einer Visionierungs-Veranstaltung oder am Vorführdatum selber gesehen haben.
Ablauf: In der «Ankunft», einer Traumreise, führen Sie die Zuschauer/innen vor dem Film in Gedanken in die Handlung oder das Land des Filmes hinein.

Die Zuschauer/innen machen es sich auf ihren Stühlen bequem und schliessen die Augen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden auf den Atem: sein Kommen, sein Gehen. Lassen Sie sie nun in Gedanken Abschied von hier nehmen. Führen Sie sie den Weg bis zum Ort des Films: zum Beispiel mit dem Flugzeug nach Afrika, lassen Sie sie die Hitze beim Aussteigen spüren, die fremden Gerüche auf dem Markt, die andersfarbigen Menschen wahrnehmen.
Mit geeigneten Impulsen schaffen Sie nun eine gefühlsmässige Verbindung: zum Filmgeschehen, zu Personen im Film, zu schwer Verständlichem oder Erfreulichem im Film.
Knüpfen Sie an mögliche Gefühle und Erinnerungen der Zuschauer/innen an. Führen Sie sie am Ende der Traumreise gedanklich wieder in den Raum zurück. Sprechen Sie über Gefühle und Erfahrungen. Klären Sie aufgetauchte Fragen. Sehen Sie sich nun den Nord / Süd-Film an.

Assoziationsspiel
Die Zuschauer/innen haben zum vorgesehenen Film einen Bezug. Ihre Meinungen sind jedoch fest.

Zeitbedarf: etwa 20 Minuten.
Material: Papierbogen, Filzstifte, allenfalls Musikinstrumente oder Fingerfarben.
Ablauf: Beim «Assoziationsspiel» gehen Sie von den Meinungen oder Vorurteilen der Zuschauer/innen aus. Vor der Filmaufführung nennen Sie den Titel des Films, den Sie nachher zeigen wollen. Beschreiben Sie kurz seinen Inhalt oder geben Sie Impulse zum Herkunftsland des Nord / Süd-Films.

Lassen Sie nun die Zuschauer/innen einzeln für sich je fünf Substantive und Verben notieren, die ihnen spontan in den Sinn kommen. Darauf werden alle Wörter laut genannt. Sie als Leiter/in sammeln alle Wörter an der Tafel und unterstreichen jene, die mehrmals genannt werden. Gemeinsam werden nun die für die Zuschauer/innen wichtigsten fünf Substantive und Verben bestimmt. Mit diesen Wörtern schreiben alle, allein oder in der Gruppe, einen situationsgerechten Text. Diese werden gegenseitig vorgelesen und besprochen.
Haben sich die Meinungen verändert? Welche Assoziationen zum Thema sind nun, im Gegensatz zur ersten Wörtersammlung, vorherrschend? Mit welchen Fingefarben könnte die Lerngruppe nun die Stimmung malen? Welche Klänge aus dem Orff'schen Instrumentarium würden gut zur Stimmung passen? Sehen Sie nun den Film an.

Menschenbilder erzählen
Bilder überfluten mich. Bei einem möchte ich verweilen, nachdenken, was es mit mir und meiner Geschichte zu tun hat.

Zeitbedarf: etwa 50 Minuten.
Material: ein (Dia-)Bild.
Ablauf: Wir Menschen haben starke Bilder über Bilderden Süden, von der Welt im allgemeinen in unsern Köpfen. Spüren Sie diesem Umstand mit der Methode «Menschenbilder erzählen» nach.

Legen Sie das Bild einer unbekannten Person in die Mitte oder zeigen Sie es mit einem Dia. Geben Sie in einer meditativen Stille den genauen Arbeitsauftrag: «Fühle Dich ganz in diese Person hinein. Werde eigentlich diese Person.» Als nächste Aufgabe folgt: «Schreibe in der 'Ich-Form' eine Geschichte aus der Sicht dieses Menschen» oder «Schreibe einen kurzen Lebenslauf» oder «Beschreibe einen Tag im Leben dieses Menschen».
Die Teilnehmer/innen nehmen sich nun 15 Minuten Zeit, um für sich allein die Notizen zu machen. Im Plenum oder kleinen Untergruppen werden die Geschichten vorgelesen und verglichen. Wir hören ganz unterschiedliche Geschichten zu derselben Person. Im Gespräch können Sie darauf eingehen, dass der Grund dafür in unserer individuellen Lebensgeschichte, unseren Sympathien oder Antipathien, unsern guten oder schlechten Erfahrungen mit unterschiedlichen Menschen liegt. Auch Vorurteile gründen darin. Dadurch sind wir behindert, uns von den Menschen und ihren Geschichten im Nord / Süd-Film bewegen zu lassen. Klären Sie, ob und wie sich die Einstellung zur Person verändert hat. Jetzt sehen Sie gemeinsam den vorbereiteten Film an.

Briefe schreiben
Die Zuschauer/innen sind von einer eindrücklichen Film-Person besonders betroffen.

Zeitbedarf: etwa 30 bis 50 Minuten.
Material: (schönes) Briefpapier; Falls Sie den Brief wirklich abschicken wollen: Briefumschläge und Briefmarken. Adressen von Filmschaffenden oder Schauspieler/innen besorgen Sie sich vorher bei Ihrer Medienberatungsstelle oder bei der Fachstelle «Filme für eine Welt».
Ablauf: «Briefe schreiben» hilft bei der Verarbeitung eines Nord / Süd-Films, der eigene Erfahrungen angesprochen oder starke Gefühle ausgelöst hat.

Laden Sie die Zuschauer/innen ein, einen Brief zu schreiben. Der Brief wird an eine besonders beeindruckende Person im Film oder an den Filmschaffenden gerichtet. Im Brief werden eigene Glücksgefühle, Hoffnungen, Trauer, Träume oder Wut und Ohnmachtserfahrungen festgehalten und mitgeteilt.
Nach einer Schreibphase lesen die Zuschauer/innen die Briefe freiwillig vor. Gestalten Sie dafür einen guten äusseren Rahmen: Vielleicht mit einer Kerze, einem Blumenstrauss ...
Achten Sie darauf, dass die Gefühle der Vorlesenden nicht verletzt werden.

Gewaltlose Konfliktlösung
Der gesehene Film löst ein kontroverses Gespräch aus; Polarisierungen werden stärker.

Zeitbedarf: im Minimum 30 Minuten.
Material: Stühle. Gruppengrösse: Mindestens 15 Teilnehmende.
Ablauf: Diese Form des Gesprächs entschärft die Situation. Fassen Sie zuerst die Meinungen zusammen. Vereinigen Sie hinter jeder kontroversen Position eine Gruppe, die dann Argumente für diese Position, später auch Argumente dagegen sucht.

Nun folgt das Gespräch. Die Gruppensprecher/innen sitzen sich gegenüber. Je ein leerer Stuhl steht neben ihnen. Die Übrigen bilden das Publikum. Das Gespräch leiten Sie: Achten Sie auf gerechte Redezeit! Das Publikum diskutiert nicht, darf aber den Sprecher/innen helfen: ihnen Argumente zuflüstern, sich auf einen leeren Stuhl setzen, mitdiskutieren und wieder zurück ins Publikum gehen, oder die Sprecher/innen ganz ablösen. Am Ende des Gesprächs finden Sie die Stärke der Meinungen heraus, indem sich die Teilnehmenden zu einer Pro- und einer Kontra-Gruppe zusammenstellen. In der Auswertung geht es um die Gefühle, das Erleben; nicht um richtig oder falsch.

Alternative: Sammeln Sie auf der Tafel Argumente pro und kontra. Finden Sie im Gespräch heraus, welche Vor- und Nachteile die eine oder die andere Lösung hat. Lassen Sie zwei Sprecher/innen die Positionen vorstellen. Klären Sie im Gespräch, welche Ängste und Hoffnungen hinter den Positionen oder Lösungen stehen.

Rotierendes Plenum
Ich stelle nach einem Film fest, dass das Gespräch nur mühsam oder gar nicht zustande kommt.

Zeitbedarf: wenigstens 30 Minuten.
Material: Papier für Wandzeitungen, Stifte. Mehrere Räume dienen der Methode.
Gruppengrösse: Mindestens 15 Personen.
Ablauf: Im «Rotierenden Plenum» treffen sich etwa fünf Zuschauer/innen in einer Gruppe. Sie erzählen sich gegenseitig ihre Eindrücke, diskutieren über aufgeworfene Fragen, sprechen über eigene Erfahrungen mit dem Thema des Nord / Süd-Films. Die wichtigsten Erkenntnisse hält die Gruppe auf einer Wandzeitung fest. Diese Wandzeitung bleibt am Ort und gibt der folgenden Gruppe weitere Impulse für ihr Gespräch.

Nach 10 Minuten werden die Gruppen neu gemischt. Achten Sie darauf, dass möglichst wenige der vorherigen Gruppenmitglieder sich erneut treffen.
Im abschliessenden Plenum werden die Eindrücke und Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen mit Hilfe der Wandzeitungen in die Mitte gelegt. Wichtige Erfahrungen können ausgesprochen oder Fragen geklärt werden.
Ihre grosse Lerngruppe kann im «Rotierenden Plenum» in kurzer Zeit viele Informationen und Meinungen zum gesehenen Film bekommen. In den wechselnden Gruppen hat die Lerngruppe auch die Möglichkeit, über Schwieriges, Mühsames oder Aufstellendes und Hoffnung-Stiftendes im Film zu sprechen.

Kugellager - ein Spiel
Die Zuschauer/innen brauchen für das Gespräch nach dem Film einen lockeren Rahmen

Zeitbedarf: etwa 30 Minuten.
Material: je nach Spielplanung verschieden. Ein Gong hilft, sich Ruhe für die Impulse zu verschaffen.
Gruppengrösse: ab 16 Personen.
Ablauf: Im «Kugellager» erhalten Sie zwar keine Informationen, worüber die Zuschauer/innen sprechen, was sie denken oder fühlen. Sie bringen jedoch die eine Hälfte mit der andern in kurzen Zweieraktionen zum Austauschen.

Teilen Sie das Plenum in zwei gleich grosse Gruppen auf. Lassen sie die erste Gruppe den inneren, die zweite Gruppe den äusseren Kreis bilden. Je eine Person aus dem inneren und äusseren Kreis stehen sich nun gegenüber. Sie geben nun einen Impuls, stellen eine Frage oder formulieren einen einfachen Auftrag, den jedes Paar erfüllt. Danach dreht der innere Kreis um eine Person nach links. Sie geben den nächsten Impuls etc.

Mögliche Impulse: Was hast Du im Film nicht verstanden? Was hat Dich im Film geärgert? Was gefreut? Erzählt einander eine bestimmte Szene! Erklärt Euch gegenseitig eine ungewöhnliche Handlung oder eine Geste im Film! Malt gemeinsam, abstrakt oder figürlich, mit drei zum Film passenden Farben jenes Bild, das Euch am meisten bewegte! Spielt eine wichtige Szene gemeinsam nach! «Malt» Euch gegenseitig ein einfaches Zeichen auf den Rücken und erratet gegenseitig den Inhalt!

Meine Macht - Deine Macht
Ich möchte den Transfer vom Film zur lebenswelt der Zuschauer/innen machen.

Nord/Süd-Filme gehören zum kleinsten Fernsehsegment. Die Zuschauer/innen sind mit einer Welt konfrontiert, die sie kaum kennen, deren Themen sie aus Angst verdrängen oder mit Vorurteilen behaften.
Das Thema «Meine Macht - Deine Macht» kann so eine Verbindung zum Leben der Zuschauer/innen sein.

Gestalten Sie diesen Bezug, indem Sie die Zuschauer/innen zu Musik im Raum herumgehen lassen. Geben Sie nun den Auftrag: «Bewegt Euch wie ein Direktor, wie der Chauffeur des Direktors; wie ein Dieb; ein Polizist.» Eine kleine Gruppe der Zuschauer/innen spielt nun die Rolle des Direktors, die andere die des Chauffeurs. Welche Gefühle löst das Gegenüber der Gruppen aus? Stellen Sie den Bezug zum Film her: Wer im Film hatte welche Rolle? Wie wurden diese Gefühle sichtbar?

Die folgende Alternative verlangt gute Kenntnisse über die Teilnehmenden und eine gute Beziehung zu ihnen. Sie löst unter Umständen starke Emotionen aus. Oft fühlen sich die Zuschauer/innen machtlos oder in der Minderheit: in Sport oder Schule, bei Konflikten mit Erwachsenen oder in Gefühlen des 'Nicht-ernst-genommen-Seins', etc. Nennen Sie verschiedene Situationen. Jene, die sich betroffen fühlen, gehen in eine Ecke und stellen sich dort nun stumm hin, den Blicken der übrigen ausgesetzt. Dann gehen sie zurück zu den «Mächtigen». Wahrscheinlich werden alle einmal in der Ecke stehen. Sprechen Sie über die Gefühle beim 'Ohn-mächtig-' oder beim 'Mächtig-sein'. Wie kann dies mein Leben verändern? Wo im Nord / Süd-Film spürte ich dazu Hoffnung?

Gäste einladen
Ich möchte dem Film durch Gäste aus dem Filmland eine spezielle Note geben.

  • Denken Sie zuerst an das nächste Umfeld Ihrer Lerngruppe: Gibt es unter den Eltern Ausländer/innen? Welche Geschichten erzählen sie uns? Welche musikalischen Fähigkeiten sind in ihnen verborgen? Welche Bilder möchten sie uns zeigen?
  • Laden Sie Einwohner/innen aus fremden Ländern ein: Asylbewerber/innen, Fremdarbeiter/innen. Welche Gerichte möchten sie mit uns kochen, welche Spiele aus ihrer Heimat mit uns spielen? Welche Lieder möchten sie uns lehren? Welche Religion uns nahebringen? Wie feiern sie welche Feste? Welche Bräuche haben sie?
  • Fragen Sie eine Solidaritätsgruppe, die Kontakte zu Menschen in einem andern Kontinent pflegt, um Mithilfe.
  • KEM und HEKS bieten Ihnen sporadisch, die Bethlehem Mission lmmensee permanent Referent/innen aus andern Kontinenten an. Die Mitarbeiter/innen von «Brennpunkt Welt» stellen sich Schulen und Gruppierungen für Themen wie Migration, Rassismus oder Fremdsein zur Verfügung. Im persönlichen Kontakt werden durch kreative Arbeitsmethoden, mit audiovisuellen Hilfsmitteln oder Spielen Wissen, Erfahrungen und Traditionen vermittelt.
  • In der Fastenzeit stehen im Auftrag der Hilfswerke Fastenopfer und Brot für alle Gäste aus dem Ausland zu Ihrer Verfügung.

Zu Gast: Ein Film- oder TV-Profi
Ich habe Lust, mit meiner Lerngruppe einen Film- oder FernsehProfi näher kennenzulernen.

Haben Sie den Mut, mit Ihrer Lerngruppe mehr vom Film und seiner Herstellung, den Sorgen und Freuden beim Drehen oder von lustigen oder dramatischen Episoden zu erfahren. Laden Sie dazu einen Film- oder Fernseh-Profi ein. Der direkte Kontakt zum Publikum ist Filmschaffenden wichtig. Sie sind interessiert, ihren Film, die Entstehungsgeschichte oder die Rahmenbedingungen vorzustellen. Alles aber ist tabu, was das Privatleben der Film- oder Fernsehprofis betrifft! Machen Sie nur Werbung für den Anlass, wenn Sie das Einverständnis dazu eingeholt haben.

Schauen Sie zuerst in Ihrem Bekanntenkreis, Ihrem Ort: Gibt es eine Regisseurin, einen Kameramann, eine Filmjournalistin, einen Tagesschausprecher, eine Cutterin, einen Fernsehredaktor, eine Filmproduzentin ...

Das Fernsehen DRS ist erste Anlaufstelle: Laden Sie den von Ihnen gewünschten Film- oder Fernsehprofi spätestens ein halbes Jahr im voraus ein! Erarbeiten Sie einen Anforderungs- und Zielkatalog: Was will ich erreichen? Wie viel Zeit steht zur Verfügung? Planen Sie Reisespesen und Honorar ein: Freischaffende bekommen mindestens zwischen 200 und 400 Franken. Nehmen Sie telefonisch mit der gewünschten Person Kontakt auf und klären mit ihr Daten und Honorar ab. Dies bestätigen Sie per Fax oder Brief. Sie geben die genauen Informationen zum Einsatz, die Ziele, den Ablaufplan und weitere notwendige Informationen.

Ein Filmerlebnis
Ich möchte ein Kinoerlebnis zu einem Spielfilm aus dem Süden gestalten oder eine Situation aus einem Film erleben.

Zeitbedarf: wenigstens ein halber, besser ein ganzer Tag.
Material: je nach Planung verschieden.
Gruppengrösse: ab 20 Teilnehmenden
Ablauf: Sie beschäftigen sich im Schulschluss-Wochenende, im Firm- oder Pfarreilager damit, wie Menschen anderer Kontinente leben. Je nach Film müssen Sie eine eigene Gestaltungsidee entwickeln.

Stellen Sie an den Beginn des Tages einen Volkstanz aus dem Filmland, Musik aus den Tropen, Symbol-Fotos, Lieder, Gedichte ... vor. Backen und essen Sie ein Fladenbrot. Bauen Sie eine Elendshütte oder kleiden sich fremdländisch ...
Erarbeiten Sie vorher schriftliche Portraits über die Personen im Film. Entfalten Sie sie soweit, dass die Zuschauer/innen in diese Rollen schlafen können: Bäuerin, Angestellter, Strassenkind, Politiker, Wäscherin, Bettler oder Lehrerin im Armenviertel. Helfen Sie beim Erlernen der Rollen. Erweitern Sie gemeinsam die Spielidee und stellen realistische Regeln auf. Lassen Sie nun die Mitspielerinnen in einem längeren Rollenspiel mit einem «Monatslohn» Lebenskosten, Schulgeld oder Miete für die selbst eingerichteten Behausungen bezahlen. Bauen Sie die täglichen Schikanen ein. Im Erleben lernen die Mitspielerinnen das Leben in der Dritten Welt, Freuden und Sorgen am eigenen Leibe kennen - und erfahren damit auch Neues über ich selber. Höhepunkt des Tages ist das Kinoerlebnis des Nord / Süd-Films. Schliessen Sie ein Dritt-Welt-Abendessen an ...

Videowoche
Ich möchte mit Jugendlichen eine Kulturbegegnung in einem Videofilm umsetzen.

Eine Projektwoche gestalten Sie nicht alleine. Sie brauchen Helfer/innen, die Ihnen und den Jugendlichen beiseite stehen: beim Einstudieren der Rollen, bei allfälligen Kostümen, in der

Technik, etc.
Finden Sie in ihrem Bekanntenkreis einen versierten Video-Amateur oder Profi, den Sie zur Mithilfe heranziehen können. Zum Grundsätzlichen gehört die Kurzausbildung in Filmtechnik, das Schreiben des Drehbuchs, Handhabung der Videokamera, Bedeutung des Lichts oder Bearbeitung durch Schnitt und Vertonung.

Wenn im Schulhaus die entsprechenden Apparate fehlen, finden Sie sie in Didaktischen Zentren oder Medienstellen. Auch in Radio- und TV-Geschäften können Sie fündig werden.
Ein möglicher Einstieg in eine solche Woche kann eine Form von Kulturbegegnung sein: im Nord / Süd-Film, im Spiel oder im persönlichem Erleben. Aus der eigenen Betroffenheit heraus finden die Jugendlichen ihr eigenes Thema, das sie bearbeiten und verfilmen. Die abschliessende Filrnvorführung für Eltern, Bekannte und Freund/innen macht diese auf besondere Art mit einem ihre Jugendliche brennenden Thema vertraut.
Die Durchführung einer Projektwoche erfordert gute technische Kenntnisse im Videosektor, Zeit, Durchhaltevermögen und eine gute Planung.

Auf Reportage
Ich möchte mit Jugendlichen und der Videokamera Menschen in Schule, Gemeinde oder Arbeitswelt begleiten.

  • Ausländer/innen feiern den 1. August gemeinsam mit Schweizern.
  • Die Solidaritätsgruppe hat einen Gast aus Übersee.
  • Sie begleiten einen Tag lang einen Tarnilen, der im Schnellzug mit dem Service-Wägelchen unterwegs ist.
  • Filmen Sie mit einer Klasse diese, Begebenheiten. Setzen Sie sich frühzeitig mit den Verantwortlichen in Verbindung, holen Sie sich die Dreh-Erlaubnis und die Zusage zur Zusammenarbeit ein.
  • Führen Sie ihre Klasse in das Arbeiten mit der Videokamera ein. Wählen Sie die Filmart. Planen Sie ein fächerübergreifendes Projekt in einem längeren Zeitraum: Das anfällig nötige Drehbuch wird im Deutschunterricht geschrieben. Im Fach Lebenskunde kann man sich mit den Inhalten des vorgesehenen Films auseinandersetzen.

Verschiedene zusätzliche Möglichkeiten: Während eine Gruppe filmt, kann eine andere Gruppe die Szenen fotografieren und eine weitere Texte verfassen. Daraus entsteht mit den Möglichkeiten des Computers eine Zeitung. Sprechen Sie sich frühzeitig mit der Lokalredaktion Ihrer Zeitung ab, damit Sie Texte und Bilder liefern können. Schicken Sie Texte an den « Musenalp-Express». Planen Sie eine abschliessende Vorführung mit den «Filmdarsteller/innen» im Kino, der Aula, im Gemeinde- oder Pfarreisaal. Laden Sie frühzeitig das Lokalradio oder das Lokalfernsehen dazu ein. Machen Sie ein Begegnungsfest daraus!

Adressen

  • Stiftung éducation21, Monbijoustr. 31, 3001 Bern Tel. 031 389 20 20 (Beratung, Kurse), Tel 031 321 00 22 (Unterrichtsmaterialien zu Nord-Süd-Themen), info@bern.globaleducation.ch
  • Dokumentation Arbeitsgemeinschaft Hilfswerke, Monbijoustr. 31, 3001 Bern Tel. 031 390 93 37 (Dokumentation, Ausleihe, Recherchen zu Nord-Süd-Themen), dokumentation@swisscoalition.ch
  • artlink, Büro für Kulturkooperation
    Postfach 109, Waisenhausplatz 30, 3000 Bern 7
    info@artlink.ch, www.artlink.ch
  • ZOOM Verleih für Film und Video, 8048 Zürich, Tel. 01 432 6 60, Fax 01 432 46 61, e-mail: verleih@zoom.ch
  • Brennpunkt Welt, Neptunstrasse 38, 8032 Zürich. Tel. 01 252 31 60 (Beratung / Mitwirkung im Unterricht)
© Filme für eine Welt - Created by medialink 
Filme für eine Welt ist eine Fachstelle der Stiftung éducation21
Last Update 12.01.2009