filme für eine weltaktuellkino
In Between 
Centaur 
The Beekeeper and his son 
White Sun 
The Train of Salt and Sugar 
Cahiers Africains 
Worlds Apart 
Barakah Meets Barakah 
Rara 
Innocence of Memories 
Paradise 
Aqui no ha passado nada 
Soy nero 

 
Aktuell im Kino

Die folgenden Filme aus Afrika, Asien und Lateinamerika sind in Schweizer Kinos zu sehen. Da viele dieser Filme nicht gleichzeitig in mehreren Kinos programmiert sind, beachten Sie bitte die Details in der Presse.

Einen Überblick über die Filme im Kino in Ihrer Nähe finden Sie auf der Website Cineman.

 

Jetzt im Kino
Jetzt im Kino: The Beekeeper
Die Aufstellung ist nicht umfassend, die folgenden Titel entsprechen den Empfehlungen der Fachstelle «Filme für eine Welt». In den Augen der Fachstelle besonders sehenswerte Filme sind mit ** ausgezeichnet.

In Between – Bar bahar
Maysaloun Hamoud, Palästina / Israel / Frankreich 2016

Die drei arabischen Frauen Lalia, Salma und Nur leben zusammen in Tel Aviv. Ihre kulturelle und religiöse Isolation in der israelischen Stadt ist jedoch die einzige Gemeinsamkeit, die die drei Frauen haben: Laila steht als knallharte Anwältin unter Dauerstress und ist des Nachts in der Underground-Clubszene unterwegs, die lesbische Salma arbeitet als DJ und Barfrau und die Studentin Nur ist die einzige religiöse Muslimin der Gruppe. Alle drei Frauen müssen sich jedoch mit den Schwierigkeiten des Lebens zwischen Tradition und Moderne auseinandersetzen: Nur erhält Besuch von ihrem konservativen Verlobten, der wenig begeistert ist von ihren Mitbewohnerinnen, Leila muss feststellen, dass der aufgeklärte muslimische Mann, in den sie verliebt ist, doch nicht so tolerant ist wie gedacht und Selma bekommt Probleme mit ihrer christlichen Familie...
Mit ihrem Debütfilm sorgte Maysaloun Hamoud an Festivals für Furore. Auf erfrischend direkte Art und Weise thematisiert die palästinensische Regisseurin mit israelischem Pass kulturelle, sexuelle und religiöse Themen.
Trailer 

Centaur
Aktan  Arym Kubat, Kirgisistan 2017

Ein Pferdedieb geht um am Rande von Bischkek, hoch oben in den Bergregionen der Hauptstadt Kirgisistans. Sonst passiert nicht viel in der kleinen Gemeinde, die doch so gross ist, dass sie einmal ein Kino besass. Dort öffneten Geschichten vom Krieg in Afghanistan, indische Bollywood-Märchen oder die Filme von Tolomush Okeyev aus der ehemaligen Sowjetunion Fenster zur Welt. Der frühere Filmvorführer Centaur lebt nach wie vor hier mit seiner gehörlosen Frau und dem kleinen Sohn. Doch sein friedliches Leben scheint zunehmend von Missgunst und Intrigen anderer bestimmt.

CICAE Art Cinema Award, Berlinale 2017
CANVAS Award for the best film, Mooov Filmfestival
Weitere Informationen: trigon film

The Beekeeper and his son 
Diedie Weng, China/Schweiz 2016

Desillusioniert von seinen Erfahrungen als Wanderarbeiter kehrt Maofu aus der Stadt zu seiner Familie in ein Dorf im Norden Chinas zurück. Sein Vater, ein alternder Bienenzüchter, hofft, dass sein Sohn nun das Handwerk der Bienenzucht von ihm erlernt. Doch stossen in der Zusammenarbeit der beiden verschiedene Lebensentwürfe aufeinander, was zu Spannungen und aufreibenden, meist sprachlos ausgetragenen Konflikten führt. Selbst die Tiere auf dem Hof reagieren auf die davon geprägte Atmosphäre und kommentieren das Verhalten auf zum Teil bizarre und humorvolle Art.

Offizielle Filmwebseite
Weitere Informationen: Vinca Film 

**White Sun 
Deepak Rauniyar, Nepal 2016

Das Begräbnis eines alten Mannes in einem abgelegenen Dorf in Nepal droht zu scheitern, da sich die zerstrittenen Angehörigen nicht über alte Traditionen und politische Differenzen hinwegsetzen können. Der klug erzählte, vielschichtige Film spiegelt in einer einfachen Familiengeschichte die schwierige Situation eines Landes nach langjährigem Bürgerkrieg. Regisseur Deepak Rauniyar plädiert in leichtem, humorvollem Ton für Versöhnung zwischen den Kriegsparteien, zwischen den Generationen, zwischen Mann und Frau, zwischen Tradition und Moderne. Schliesslich sind es die Kinder, die die weisse Sonne zum Strahlen bringen – die Sonne der Zukunft, der Versöhnung und der Hoffnung. (Laudatio Preis der ökumenischen Jury, int. Filmfestival Freiburg)

  • Interfilm Award, Best Film, Mostra dell'Arte Cinematografica Venezia 2016
  • Besondere Erwähnung Internationale Jury, Don Quijote-Preis (FICC), Preis der Ökumenischen Jury und Publikumspreis, Internationales Filmfestival Freiburg 2017

Weitere Informationen: trigon film

The Train of Salt and Sugar
Licínio Azevedo, Mosambik 2016

In Mosambik ist Ende der 1980er Jahre ein militärisch bewachter Zug unterwegs auf der Strecke zwischen Nampula und Malawi. Der Film spielt vor dem Hintergrund einer völlig zusammengebrochenen Versorgung inmitten einer Bürgerkriegssituation. Um das Überleben ihrer Familien zu sichern, haben Frauen einen informellen Handel und ein Netz im grenzüberschreitenden Güterverkehr mit dem Nachbarland Malawi aufgebaut. Angst, Schrecken und die Hoffnung, endlich anzukommen, prägen die Tage der Protagonisten. Bilder von kargen Landschaften und durchlöcherten Bahnhöfen überlagern sich mit den Geschichten, die die Frauen über Leben und Krieg erzählen. [pd]

Johannesburg Film Festival: Best Film

Weitere Informationen: trigon film

**Cahier Africains
Heidi Specogna, Schweiz 2016

Am Anfang stand ein schmales Schulheft. Anstelle von Vokabeln füllten sich seine karierten Seiten mit den mutigen Zeugenaussagen von 300 zentralafrikanischen Frauen, Mädchen und Männern. Sie offenbaren, was ihnen im Oktober 2002 im Zuge kriegerischer Auseinandersetzungen von kongolesischen Söldnern angetan worden war.
Der Film ist eine Langzeitbeobachtung und begleitet seine Protagonistinnen seit 2008. Inmitten der Versuche, den schwierigen Alltag mit Zuversicht zu meistern - und während in Den Haag noch die juristische Aufarbeitung der letzten Kriegsverbrechen in Gange ist - bricht in der Zentralafrikanischen Republik der nächste Krieg aus. Ein tief bewegender Film über ein von Bürgerkrieg und Putsch zerrissenes Land. [pd]

Deutscher Menschenrechts-Filmpreis, DOK Leipzig 2016, Silberne Taube und Preis der Interreligiösen Jury

Weitere Informationen: Filmbringer

Worlds Apart
Christopher Papakaliatis, Griechenland 2015

Sebastian und Maria, Giorgos und Elise, Farris und Daphne: Drei unterschiedliche Liebespaare aus drei Generationen. Sie stehen im Zentrum dieser packenden und bewegenden Liebesgeschichte über alle Alter und Zeiten hinweg, die mitten im Griechenland von heute angesiedelt ist, in der aufgewühlten Stadt Athen.

Regisseur und Schauspieler Christopher Papakaliatis versteht es vortrefflich, einerseits das Drama, das sich im südlichen Europa abspielt, in seinen Facetten und seiner Eigendynamik zu zeigen, andererseits von der ungebrochenen Kraft des antiken griechischen Liebesgottes Eros mit stupender Leichtigkeit zu erzählen. Da sind die Flüchtlinge, die gerne Richtung Norden weiterreisen möchten und in Griechenland festsitzen, da sind Griechen, die um ihr Auskommen bangen müssen oder es verlieren. Die Weltlage spielt nicht für die Einzelnen, und dennoch ist es ein Film voller Hoffnung, ein Liebesfilm, über alle Grenzen und Generationen hinweg, packend, bewegend und brennend aktuell. [pd]

Weitere Informationen: trigon film

Raving iran
Susanne Regina Meures, Schweiz 2016

Arash und Anoosh arbeiten als DJs in Teherans wachsender Underground-Technoszene. Müde und desillusioniert vom ewigen Versteckspiel vor der Polizei und ihrer stagnierenden Karriere, organisieren sie unter gefährlichen Umständen einen letzten ekstatischen Rave in der Wüste. Zurück in Teheran versuchen sie vergeblich ihr illegales Musikalbum unter die Leute zu bringen. Als Anoosh an einer Party verhaftet wird, erlischt auch der letzte Funke Hoffnung auf eine Zukunft im Iran. Doch dann erreicht sie ein Anruf von der Streetparade in Zürich, der grössten Techno Party der Welt. Nach langem Bangen erhalten die beiden ein 5 Tage Visum. In der Schweiz angekommen, katapultieren sie Radio- und Zeitungsinterviews, Millionen von Ravern und DJ Kollegen in eine andere Sphäre. Die Euphorie verfliegt jedoch schnell, denn die näher rückende Abreise stellt sie vor eine grosse Entscheidung…

Weitere Informationen: Frenetic Films

Barakah Meets Barakah
Mahmoud Sabbagh, Saudi-Arabien 2016

Er ist Ordnungsbeamter in Dschidda und Laiendarsteller im «Hamlet», nicht wirklich aus bester Familie. Sie ist eine wilde Schönheit, Adoptivtochter eines reichen Paares mit Eheproblemen. Mit Raffinesse hebeln die beiden das System von Tradition, Etikette und Religionspolizei aus in einer Komödie für all jene, die schon immer mal wissen wollten, was in Saudi-Arabien eigentlich so los ist, und sich gerne überraschen lassen… Der Film gibt uns auf lockere Art einen Einblick in einen Alltag, von dem wir wenig wissen. Lakonisch, amüsant, schräg. [pd]

Berlinale 2016: Preis der Ökumenischen Jury
Weitere Informationen: trigon film

Rara
Pepa San Martin – Chile – 2016

Auf den ersten Blick sieht der Alltag in Saras Familie ganz normal aus: Schule, Aufgaben, Knatsch mit der Schwester, Herzklopfen bei einem der Jungs in der Klasse, Hänseleien, gemeinsames Essen am Familientisch. Sara ist 12, bald kann sie ihren 13. Geburtstag feiern und freut sich schon auf ihr Fest. Eigentlich möchte sie das ganz normal zu Hause feiern, doch in der Schule hört sie ab und an Fragen, die sie verunsichern. Denn Saras Mutter hat den Vater ihrer beiden Töchter verlassen und lebt mit ihnen und einer Frau zusammen. Für Sara und ihre jüngere Schwester Catalina die selbstverständlichste Sache der Welt, fürs Umfeld nicht immer. Und gerade jetzt wieder nicht, wenn es um die Einladungen geht und darum, wer denn alles an die Geburtstagsparty kommen soll und auch kommen darf... Der Film erzählt aus der Perspektive der ältesten Tochter die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte einer chilenischen Richterin, die das Sorgerecht ihrer Kinder verlor, weil sie lesbisch war. [pd]

Grosser Preis der Internationalen Jury Generation für den besten Film
Weitere Informationen: trigon film

Innocence of Memories - Orhan Pamuk's Museum and Istanbul
Grant Gee, Türkei 2015

Der Film taucht in den Roman «Das Museum der Unschuld» des Nobelpreisträgers Orhan Pamuk ein, in dem Pamuk von einer leidenschaftlichen und unglücklichen Liebe im Istanbul der 1970er Jahre erzählt. Kemal, ein junger Mann aus der Oberschicht, verfällt rettungslos der Liebe zu einer ärmeren Verwandten, der blutjungen, naiven und wunderschönen Füsun. Was als Affäre begonnen hat, wächst sich bald zu einer Obsession aus, doch das hindert Kemal nicht daran, die Beziehung mit seiner Verlobten fortzuführen. Nach dem rauschenden Verlobungsfest lässt sich die Geliebte nicht mehr blicken. Verzweifelt erkennt Kemal, dass er Füsun über alles liebt. Doch es ist zu spät. [pd]

Weitere Informationen: trigon film

Paradise
Sina Ataeian Dena, Deutschland/Iran 2015

Nagellack und Lippenstift, Fussball in der Zehn-Uhr-Pause. Immer wieder loten die Mädchen einer Vororts-Schule von Teheran ihre Grenzen aus. Hier unterrichtet die 24-jährige Hanieh. Da sie jeden Tag einen langen Arbeitsweg auf sich nehmen muss, möchte sie sich ins Zentrum der Stadt versetzen lassen. Doch ihr Antrag dafür steckt irgendwo fest, Hanieh hat mit den Tücken einer undurchsichtigen Bürokratie zu kämpfen. Als eines Tages zwei ihrer Schülerinnen verschwinden, rücken ihre privaten Sorgen in den Hintergrund... Der Film spiegelt den Freiheitsdrang einer ganzen Generation. Er beschreibt die iranische Gesellschaft mit poetischem Realismus und feiner Lakonik: mutiges und starkes Kino, am Festival in Locarno zweifach ausgezeichnet. [pd]

Offizielle Website 
Weitere Informationen: Filmcoopi 

Aqui no ha pasado nada - Much ado about nothing
Alejandro Fernández Almendras, Chile 2016
Vicente geniesst das Leben. Er liebt Partys, Mädchen, schnelle Autos. In einer Sonntagnacht fährt er mit anderen Jugendlichen, mit denen er gefeiert hat, durch die Stadt. Plötzlich erschüttert ein Schlag den Wagen. Am Morgen stellt sich heraus, dass ein Mann überfahren worden ist, ein Vater von drei Kindern, und niemand hat Hilfe geleistet. Obwohl Vicente nicht am Steuer sass, gilt er bald als der Schuldige. Denn der Vater des eigentlichen Fahrers ist ein Senator und Wirtschaftsboss, einer der mächtigsten Männer im Land, auf den kein Schatten fallen darf. Ein direktes, ungeschminktes und authentisches Porträt Jugendlicher und ihrer Musik. Der Film gibt weit über Chile hinaus Einblick in den Alltag einer globalisierten Jugend, die alles hat, gerne an die Grenzen geht und permanent mobil kommuniziert, während den Eltern die Zeit für die Kinder fehlt. [pd]

Weitere Informationen: trigon film

Soy Nero
Rafi Pitts, Mexico 2016
Der Grenzzaun zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten gehört zu ihrem Leben, die mexikanischen Jugendlichen nutzen ihn am Strand als Volleyballnetz und liefern sich mit ihren Altersgenossen auf der anderen Seite eine besondere Art des Länderspiels. Wenn Nero das meterhohe Metallgitter nachts überwindet, spürt man, dass er darin bereits eine gewisse Routine hat. Denn nichts vermag ihn von seinem Traum abbringen, US-amerikanischer Staatsbürger zu werden. Er folgt den Spuren seines älteren Bruders, die ihn nach Los Angeles, in die Villen der Reichen und Schönen, führen. Ungläubig blickt er auf dieses andere Leben mit Pool und Zweitgarage, das hoffentlich bald auch das seine sein wird. Doch die einzige Chance, schnell eine Green Card zu bekommen, ist, sich freiwillig zum Militärdienst zu melden. Plötzlich findet sich Nero in der Wüstenlandschaft der Kriegsgebiete im Mittleren Osten wieder. Mit einem Maschinengewehr in der Hand kämpft er für seine Staatsbürgerschaft. [pd]

Weitere Informationen: trigon film

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